So war's auf der Motorradwelt Bodensee
Die Messe in Friedrichshafen hat solch unfassbares Glück!
Was der SMC Bodensee im Rahmen der jährlichen Messe »Motorradwelt Bodensee« so auf die Beine stellt ist phänomenal. Supermoto wandelt sich unter den Fittichen des Vereins zur Attraktion für über 30.000 Messebesucher. Samstags und sonntags war der Andrang in der Halle A5 zeitweise so massiv, dass die Fahrer es nach absolvierter Show kaum schafften selbige zu verlassen.
Nun glaubt der geneigte Outdoor-Fahrer sicher, dass eine Supermoto Strecke in einer Messehalle in etwa so reizvoll ist wie eine 87 Jährige in Stützstrümpfen. In den meisten Fällen mag das so sein, doch der SMC Bodensee hatte ein wesentlich knackigeres Angebot zu präsentieren. Am auffälligsten war wohl die Rampe, welcher aus Gefahr vor engerer Scharmützel sogar ein Bypass verpasst wurde. Also ein vollwertiger Weg an der Rampe vorbei, welcher vor allem nach den Starts der Prestige Rennen gerne genutzt wurde. Danach folgte eine enge Links, welche in die Anfahrt zum Highspeed-Teil der Bahn leitete. Richtig gelesen, ein Highspeed-Teil! Vom unteren linken Eck der Halle aus ging es ohne Hindernisse ins obere rechte Eck, wo eine tückische Spitzkehre die Piloten erwartete. Die Strecke war hierbei geschickt im Bogen geführt und erlaubte es den Fahrern im fetten Drift auf die besagte Spitzkehre zuzudonnern. In alter Manier, so wie es die Zuschauer gerne sehen wollen.
Während Cup-Fahrer und der Nachwuchs sich beim freien Fahren auf der Bahn vergnügen konnten, wurde den Prestige Piloten ein wenig mehr Disziplin abverlangt. Nach kurzer Einfahrzeit wurde der Tross eingebremst und zum Rennen gebeten. Leider war das Feld ein wenig zu üppig geraten, weswegen sich in den kurzen Rennen nur vereinzelt Dreiergrüppchen fanden, die der Attraktion Supermoto die Krone aufsetzen konnten. Als Experten auf diesem Gebiet bewiesen sich wieder einmal Dani Müller, Bernd Hiemer und Michi Herrmann. Sobald die drei sich fanden war sprichwörtlich die Hölle los. Hiemers brutale Drifteinlagen stachen hierbei besonders hervor. Man sah dem werdenden Papa und MZ IDM-Supersport-Piloten an, dass er so richtig Spaß hatte.
Was folgt bekanntlich nach der Show? Richtig, die Party. Nachdem die Motoren kalt und die Besucher verschwunden waren, gab es nicht nur lecker Abendessen für alle, sondern auch für Show-Programm war gesorgt. In Grüppchen eingeteilt fuhr man Geschicklichkeitsrennen auf zwei Sagways. Eine äußerst amüsante Form der Unterhaltung, vor allem für jene die nur zuschauen wie sich Ungeübte auf diesen Handkarren des Teufels abmühen. Den Sieg trug das Team »Wings for Life« unter der Leitung von DTM-Meister Timo Scheider davon, welches sich im Finale gegen Pavel Kejmars Tschechen-Bande durchsetzen konnte. Danach wurde es an den zusammengerückten Biertischgarnituren furchtbar gesellig und mitunter ganz schön spät.
Dank des überaus großem Engagement und Organisationstalent der SMC Bodensee-Truppe wurde das Supermoto-Wochenende nicht nur zum Erfolg für die Messe und den Sport, sondern auch zum gemütlichen Treff einer Interessengemeinschaft die herzlicher kaum sein kann.